Christoph Corvinus

Aus DruckerzeichenWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Christoph Corvinus, auch Christoph Rab (1552 in Zürich – 19. Januar 1620 in Herborn) war ein deutscher Buchdrucker. Er studierte 1570 bis 1574 die klassischen Sprachen in Heidelberg, Wittenberg und Wien, bis ihn sein Vater Georg Rab nach Frankfurt am Main zurückrief, damit er ihn in seiner Druckerei unterstützte.

Druckerei und Verlag

Frankfurt am Main (1581–1585)

Christoph Corvinus übernahm 1580 nach dem Tod seines Vaters die väterliche Druckerei in Frankfurt am Main. Ein Jahr später gründete er zusammen mit seinem Bruder Paul Rab sowie mit Andreas und Johann Wechel und den Verlegern Sigmund Feyerabend und Robert Graneveldy eine Geschäftsgemeinschaft. Corvinus bekannte sich zum reformierten Glauben, sah sich aber in dessen Ausübung durch den Frankfurter Rat zunehmend eingeschränkt. Die Entscheidung, seine Druckerei zu verlegen, ist vermutlich auch darauf zurückzuführen, dass der Buchdruck in Frankfurt durch die kaiserliche Bücherkommission streng überwacht wurde.

Herborn (1585-1595)

Im Jahr 1585 schloss Corvinus einen Vertrag mit Graf Johann VI. von Nassau-Katzenelnbogen als akademischer Buchdrucker in Herborn. Er war damit "nicht nur der erste, sondern auch der bedeutendste Drucker"[1] in Nassau.Zu seinen Autoren zählten vor allem die Professoren der neu gegründeten calvinistischen Hohen Schule Herborn. Allerdings unterlag Corvinus in seiner Tätigkeit der strengen Vorzensur durch den Schulrat und den Grafen. Mit dem Vertrag verpflichtete er sich außerdem, jeweils ein Pflichtexemplar abzuliefern und Kanzleidrucksachen und Disputationen kostenfrei zu drucken.

Siegen (1595-1598)

Als die Hohe Schule nach Siegen verlegt wurde, folgte Corvinus der Hochschule vorübergehend mit seiner Offizin.

Herborn (1598-1620)

Im Jahr 1598 kehrte Corvinus aus Siegen nach Herborn zurück, wo er seine Druckerei 1599 erweiterte.

Nach seinem Tod wurde die Offizin unter dem Namen Christoph Corvinus Erben weitergeführt.

Druckerzeichen

Das Druckerzeichen von Christoph Corvinus zeigt den Propheten Elias, der von Raben gespeist wird.Die Umschrift variiert je nach Wirkungszeit.

Ermittelte Exemplare

Zu seinen ersten Drucken zusammen mit Johann Wechel zählte 1581 Georg Willers Messkatalog (VD 16 W 3174). Die ersten nur von Corvinus firmierten Drucke erschienen 1582. Ab 1595 waren insbesondere seine Lutherbibel (VD 16 B 2824), ein reformiertes Gesangbuch (VD 16 L 2198) und ein Katechismus (VD 16 P 2176) verbreitet. Mit der Piscator-Bibel druckte Corvinus die calvinistische Bibelübersetzung einschließlich Kommentar des Herborner Theologieprofessors Johannes Piscator. Die erste Ausgabe erschien 1602–1603 in drei Bänden (z. B. VD17 23:271870C). [2]

Insgesamt weist das VD 16 ca. 40 und das VD 17 ca. 340 von Christoph Corvinus gedruckte Titel nach.

Corvinus druckte in lateinischer und in deutscher Sprache.

Für die Drucke aus der Werkstatt von Christoph Corvinus gilt, dass sie "in schöner Druckausstattung und fehlerfreiem Satz, aber puritanisch schmucklos" sind.[3]

Literatur

  • Harry Gerber, "Corvin, Christoph" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 370 Online-Version
  • Josef Bernhard Nordhoff, "Corvin, Christoph" in: Allgemeine Deutsche Biographie 4 (1876), S. 509-510 Online-Version
  • Christoph Reske, Die Buchdrucker des 16. und 17. Jahrhunderts im deutschen Sprachraum. Auf der Grundlage des gleichnamigen Werkes von Josef Benzing, Wiesbaden 2015, S. 257f., 401f., 914.

Weblinks

GND-Normdaten

Einzelnachweise

  1. Harry Gerber, "Corvin, Christoph" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 370
  2. Ausführlicher dazu z.B. bei Cuno, "Piscator, Johann" in: Allgemeine Deutsche Biographie 26 (1888), S. 180-181 Online-Version.
  3. Harry Gerber, "Corvin, Christoph" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 370