Christoph Corvinus Erben
Christoph Corvinus Erben, auch Christoph Rab Erben war der Name, unter dem die Druckerei des akademischen Buchdruckers Christoph Corvinus von 1620 bis 1666 in Herborn weitergeführt wurde.
Druckerei und Verlag
Unter der Führung von Corvinus' dritter Ehefrau Anna, seinem Sohn Georg Corvin dem Jüngeren und seinem Schwiegersohn (Johann) Georg von Muderspach konnte die Druckerei nicht an ihre einstigen Erfolge anschließen. Das hing auch mit den Schwierigkeiten der Hohen Schule Herborn zusammen, der die Druckerei angegliedert war und die ab 1626 einen Rückgang der Schüler- und Studentenzahl verzeichnete.
Beteiligte:
Die Witwe von Christoph Corvinus, Anna Corvinus, war die Tochter des Professors Jakob Johann Herrmann aus Herborn und verstarb bereits 1622.
Christoph Corvinus‘ Sohn Georg Corvin der Jüngere war Professor der Philosophie in Herborn und verstarb 1645/46 in Oppenheim.
Johann Georg von Muderspach war mit Christoph Corvinus‘ Tochter Anna Margarethe verheiratet. Als auch er 1657 verstarb, führte sein Sohn Johann Heinrich Muderspach die Druckerei bis 1666 weiter.
Druckerzeichen
Christoph Corvinus Erben verwendeten die Druckerzeichen des Vorgängers Christoph Corvinus, führten aber auch neu gestaltete Varianten auf Basis desselben Motivs ein, das heißt des Propheten Elias, der von Raben gespeist wird.
Ermittelte Exemplare
Das VD 17 weist ca. 93 Titel nach, die von Christoph Corvinus Erben gedruckt wurden.
Große Aufmerksamkeit erhielt die von Christoph Corvinus Erben gedruckte „Encyclopedia Septem tonis distincta“ von Johann Heinrich Alsted (1588–1638), mit welcher der Professor für Theologie in Herborn 1630 eine theologisch fundierte, bedeutende Enzyklopädie universaler Wissenschaft des Barock vorlegte.[1]
Christoph Corvinus Erben druckten in lateinischer und in deutscher Sprache.
Literatur
- Christoph Reske, Die Buchdrucker des 16. und 17. Jahrhunderts im deutschen Sprachraum. Auf der Grundlage des gleichnamigen Werkes von Josef Benzing, Wiesbaden 2015, S. 401f.
GND-Normdaten
Einzelnachweise
- ↑ Otto Weber, "Alsted, Johann Heinrich" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 206 Online-Version.