Georg Rab d. Ä.

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Georg Rab, auch Georg Corvinus (* in Scheibenberg (Grafschaft Meißen); †1580 in Frankfurt am Main) war ein deutscher Buchdrucker.

Druckerei und Verlag

Pforzheim (1557–1561)

Bereits in seinen ersten Geschäftsjahren druckte Rab ein umfangreiches, erfolgreiches Programm. Zu seinen Kunden zählten Autoren der religiösen Strömungen der damaligen Zeit. Dabei zeigte sich Rab durchaus wagemutig. So druckte er eine anonyme Postille Johann Sigismund Werner(1491–1554) - ein deutscher Theologe und Anhänger von Kaspar Schwenckfeld - zu einem Briefwechsel zwischen dem württembergischen Herzog und dem badischen Markgrafen und bot sie auf der Messe in Frankfurt am Main im Herbst 1558 an, was nicht nur eine Kontroverse sondern auch größere Schwierigkeiten für ihn nach sich zog. Rab wurde gefangen genommen und verhört. Er beteuerte, ein „neuwer angender Meister, der sich neren meuss und mit schweren Kosten beladen“ [1] zu sein, sodass man zu dem Schluss kam, dass er weniger aus religiöser Überzeugung, sondern eher aus finanziellen Beweggründen den Druck der Schrift übernommen hatte. Er konnte sich damit weiterer Konsequenzen entziehen. [2]

Frankfurt am Main (1561–1580)

Rab zog spätestens im April 1561 nach Frankfurt am Main um, wo er das Haus und die Offizin von Weigand Han erwarb. In der Folgezeit agierte Georg Rab im Rahmen von mehreren Verlagsgemeinschaften. Zunächst schlossen Rab und seine Frau Margreth Sickust einen Gesellschaftervertrag mit Weigand Han und seiner Mutter Margarethe Gülfferich. Die Beteiligten kamen überein, dass Han das Druckpapier lieferte, während Rab den Druck ausführte. Als Han 1562 verstarb übernahmen seine Erben seine Anteile an der Verlagsgemeinschaft. Mitte 1563 trat Sigmund Feyerabend der Verlagsgemeinschaft bei, die sich nun „Companei“ nannte. Innerhalb der „Companei“ fungierte Rab als Lohndrucker, Feyerabend und Hans Erben waren die Verleger. Die „Companei“ trennte sich 1571, die Allianz zwischen Rab und Feyerabend blieb aber weiterhin bestehen.

Bereits ab 1564 druckte Rab nicht mehr ausschließlich für die Verlagsgemeinschaft, sondern beispielsweise auch für den Verleger Simon Hüter.

Nach seinem Tod wurde die Offizin von seinem Sohn Christoph Corvinus weitergeführt.

Druckerzeichen

Ermittelte Exemplare

Zu seinen ersten Drucken zählte 1557 der „Bericht“ des lutherischen Theologen Jakob Andreae dem Älteren (z.B. VD16 A 2652) zur Abendmahlslehre.

Außerdem druckte Rab einen deutschsprachigen Auszug von Valentin Mertz aus dem bekannten Geschichtswerk von Johannes Sleidanus über die Regierungszeit Karls V. (z.B. VD16 S 6695).

Für das typographische Geschick Rabs sprach seine deutsche Oktavbibel mit Holzschnitten von Jost Amman aus dem Jahr 1564 (z.B. VD16 B 6067). [3]

Insgesamt weist das VD 16 ca. 418 von Georg Rab gedruckte Titel nach.

Rab druckte in lateinischer und in deutscher Sprache und ging in den lateinischsprachigen Werken dazu über, seinen Namen im Impressum zu Corvinus zu lateinisieren.

Literatur

  • Severin Corsten, Art. „Rab, Georg“, in: Lexikon des gesamten Buchwesens, Bd. 6, Stuttgart 2003, S. 154.
  • Fritz Kastner, „Getruckt zu Pfortzheym bey Georg Raben“. Erinnerung an einen vergessenen Frühdrucker, in: Gutenberg-Jahrbuch 69 (1994), S. 149-157.
  • Heinrich Grimm, Deutsche Buchdruckersignete des XVI. Jahrhunderts, Wiesbaden 1965, S. 213.
  • Christoph Reske, Die Buchdrucker des 16. und 17. Jahrhunderts im deutschen Sprachraum. Auf der Grundlage des gleichnamigen Werkes von Josef Benzing, Wiesbaden 2015, S. 247f., 843f.
  • Henning Wendland, Signete. Deutsche Drucker- und Verlegerzeichen 1457–1600, Hannover 1984, S. 131f., 146.

GND-Normdaten

Einzelnachweise

  1. Zitiert nach: Christoph Reske, Die Buchdrucker des 16. und 17. Jahrhunderts im deutschen Sprachraum. Auf der Grundlage des gleichnamigen Werkes von Josef Benzing, Wiesbaden 2015, S. 843.
  2. Vgl. bspw. Fritz Kastner, „Getruckt zu Pfortzheym bey Georg Raben“. Erinnerung an einen vergessenen Frühdrucker, in: Gutenberg-Jahrbuch 69 (1994), S. 149
  3. Severin Corsten, Art. „Rab, Georg“, in: Lexikon des gesamten Buchwesens, Bd. 6, Stuttgart 2003, S. 154.